Langstreckenflug mit Baby

Wie wir einen Langstreckenflug mit zahnendem Baby überstanden  haben und warum man viel Wechselkleidung braucht.

Trommelwirbel wie angekündigt habe ich mir bereits dir Finger wund geschrieben. Es ist ganz schön schwierig! Ich möchte euch so viel zeigen und erzählen, ich fange an einen Post zu schreiben und muss ihn teilen weil er zu lang wurde, oder mir fallen ständig andere Begebenheiten ein, so dass ich 4-5 Posts gleichzeitig offen habe und schreibe. Ein Ende ist noch nicht in Sicht! Aber jetzt erstmal der Startschuss.

Es geht los mit meiner kleinen Reiseberichterstattung: Indonesien mit Baby!
Es gibt auch eine Übersicht aller bisher erschienenen und geplanten Posts zu dieser Serie (die gerade noch erweitert wird).
Dieser Post wandert direkt zu meiner Urlaubslinkparty!

Tja, nun haben wir den Salat. Ich wusste es ja vorher. Mein lieber Mann will natürlich seine restliche Familie und sein 2. Heimatland besuchen, auch mit Baby! Wir waren schon einige Male „allein“ dort… Hahaha! So „allein“ wie man halt sein kann, mit Schwiegereltern und Schwagers und auch mal mit meiner Mama im Schlepptau. Aber eben vorher immer ohne Baby.

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Ohne Baby ist der Flug schon… sagen wir „lang“. Auch wenn es immer schöne Vorfreude bedeutet, an den Flughafen zu fahren, sein Gepäck einzuchecken und zu denken: jup, ich flieg jetz und ihr nicht ätsch 😀
Außerdem freue ich mich immer aufs Flugzeugessen. Meistens schmeckt es mir in luftiger Höhe! Kommt natürlich auf die Airline an. Früher war ich auch typischer Tomatensaft-im-Flugzeug-Trinker. Aber irgendwie hab ich damit aufgehört… Ich weiß gar nicht ob die Airlines Richtung Asien überhaupt Tomatensaft im Angebot haben… Jedenfalls war fliegen immer spannend. Es ist auf Langstreckenflügen natürlich auch ganz angenehm, die neuesten Kinofilme zu schauen. Wenn das Flugzeug nicht so laut wäre, könnte man sogar was davon verstehen. Zusätzlich kann man sehen, was der Rest der Welt für Filme schaut. Mitunter gestaltet sich dies aber ein wenig schwierig, wenn man beispielsweise kein japanisch kann. Nach dem 2. Film und so ca. 4-5 Std Flugzeit ist es dann nicht mehr ganz so spannend im Flieger zu hocken und dem Brummen der Motoren zu lauschen! Die Ohren dröhnen, die Luft ist trocken, es ist entweder zu warm oder es zieht und der beknackte Sitz ist unbequem. Schläft man dann mal ausversehen ein, wird man entweder angerempelt, es ertönt 5 Mal hintereinander der Gong für Bitte-Anschnallen und Klo-Besetzt, ein neugieriger Leidensgenosse 3 Reihen schräg vorne zieht den Rollo hoch und gleißendes Sonnenlicht sticht einem ins Auge oder es gibt Essen. Noch blöder ist es, wenn das nervige Baby von den überforderten Eltern losbrüllt oder ein Kleinkind die, in der Tasche am vorderen Sitz befindlichen und innen beschichteten Papiertüte ihrer Bestimmung zuführt. Verdammt. Und nun sind wir auch nervige Eltern, die mit Baby ein ganzes Flugzeug voll Menschen terrorisieren!

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Zunächst hatte ich 1 Woche mit Kofferpacken verbracht. Vorher natürlich viel gelesen, mit dem Kinderarzt beratschlagt was ich alles für Sophia mitnehmen will, Essen und so weiter. Großes Bangen meinerseits ob denn alles erstens in die vorhandenen Koffer passt und zweitens auch gewichtsmäßig nicht zu sehr aus dem Rahmen fällt. Am Abend vor dem großen Reisetag dann eine überraschende Windelsprengung! Oh oh… Magendarmgrippe??? Nein, die Spitze eines neuen Zahns. Na super. Da fliegen uns immer 1-2 Tage die Windeln nur so um die Ohren. (Das kenne ich ja schon von Sophia, seit sie ein winziges Baby war.) Ich freue mich sehr auf den 12 + 2,5 Std Flug.
Der nächste Morgen: Alles passt, unser Chauffeurteam ist pünklicht, Koffer einladen, Maus schnappen – Mist, Maus wickeln und komplett umziehen. Zweiter Versuch mit schnell gesuchten Klamotten. Diesmal schaffen wir es bis ANS Auto. Abenteuerliche Wickelaktion auf der Rückbank, nochmal rein und an den Wickeltisch dauert zu lange, es musste erfreulicherweise nur die Strumpfhose erneuert werden. Abfahrt!

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Wie war also der Flug? Wundersammerweise hat alles an Gepäck was wir mitnehmen wollten in 3 (nicht zu schwere!) Koffer  gepasst. Und in 2 Rucksäcke, eine Wickeltasche, eine Fototasche und einen Trolley, der vorschriftsgemäß den Maßen des Handgepäckfachs entspricht (und über den sich alle gern aufregen weil dann das Fach auch voll ist! Nachdem wir das auf vergangenen Flügen immer wieder bei Mitfliegern beobachtet und uns darüber aufgeregt haben, haben wir uns einfach auch so einen gekauft.). Nicht zu vergessen natürlich der Buggy, der kurz vor der Flugzeugtür abgegeben werden muss, in der Hoffnung, dass wir ihn zum umsteigen schnell wieder bekommen. Die Umsteigezeit ist nämlich nicht gerade üppig. Am Flughafen vorm boarding tapst die Maus ihre ersten Schritte in der großen weiten Welt, noch sehr unsicher. Gut dass der Popo gepolstert ist! 🙂

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Rein ins Flugzeug, in einem guten deutschen (?) Flughafen dürfen Zahlende und Leute mit Babys zuerst in das Luftschiff. Schön einrichten, etwas Spielzeug und die Trinkflasche griffbereit platzieren, Gurtverlängerung erklären lassen und aufgeregt Platz nehmen. Sophia sitzt auf meinem Schoß und ist gutgelaunt-neugierig. Das bleibt sie auch den ganzen 12 Stunden Flug bis zum Umsteigeflughafen. Eine einzige Stunde schläft sie auf meinem Schoß, ansonsten spielt sie ganz brav und wir Eltern sind total kaputt.

Die Flugbegleiter und -innen versuchen wirklich, es einem so angenehm wie möglich zu machen. Sie bringen kleine Spielzeuge, es gibt Babygläschen für die Miniflieger (wobei empfohlen wird, das gewohnte Essen mitzubringen) und man darf für das Baby Wasser mit an Bord nehmen (wieviel, das variiert. Wir hatten eine 0,5 Flasche dabei). Auch wenn es Flugzeugessen gibt, wird mitgedacht. Zunächst wird gefragt, welche Babybegleitperson zuerst essen möchte, diese bekommt dann SOFORT das Essen, vor allen anderen Fluggästen. Für Begleitperson Nr. 2 wird das gewünschte Essen zurück gestellt (Nix mit „Hühnchen ist leider leer“, man bekommt auf jeden Fall was man möchte! Finde ich sehr nett!) und warm serviert wenn Person Nr. 1 fertig ist und das Baby übernehmen kann. Blöd ist nur, wenn Baby auf Person Nr. 2 eingeschlafen ist und Person Nr. 2 dann einhändig vom auf dem Nebentisch stehenden Tablett isst und dabei das Baby und sich vollkleckert. Ähem… 😉

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Wir haben übrigens Sitzplätze mit Babybett ergattert, die sind immer vor so einer Trennwand. Da ist im Fußraum Platz, dass sich das Kleine auch mal dort hinsetzen kann zum spielen und nicht nur auf den Eltern rumturnt. Und an die Wand kann eben dieses kleine Bettchen gehängt werden. Wenn allerdings das Anschnallzeichen angeht, muss Baby auf den Schoß und angeschnallt werden. Und so riesig ist das Bettchen logischerweise auch nicht. Sophia hat es nicht gebraucht, die wollte lieber auf dem Boden spielen oder auf Mama schlafen. Der Platz war also trotzdem gut gewählt. Auch hatten wir Glück und hatten die 3er Sitzreihe für uns allein, das war sehr angenehm, da man auf dem freien Platz den ganzen Mist ablegen konnte, den man so braucht. Spielzeug, Jäckchen, Schal, Trinkzeug, die nächste Mahlzeit und ein kleines Windeltäschchen. Die Wickelei hat heldenhaft der Nähfroschmann übernommen, in der Zeit durfte ich mich ein bisschen ausruhen. In den Toilettenkabinchen gibt es ausklappbare Wickeltische. Nicht groß, aber es geht.

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Eine knappe Stunde vor der Landung beim Hinflug, ich war schon schwer nervös ob Sophia die Landung gut mitmacht oder doch weint, und ob wir wohl sehr rennen müssten um den Anschlussflug zu schaffen, und ob denn auch der Buggy rechtzeitig… ich schweife ab. Also, eine Stunde vor Landung, ich nervös, Mann geht Richtung Toilette. In dem Moment bemerke ich den angestrengten Gesichtsausdruck von Sophia, der sich schnell ich Erleichterung wandelt. Parallel dazu wird es auf meinem Schoß kuschelig warm. Ich beuge Sophia ein wenig vor, nein, oben kommt nix aus Windel und Body, alles ok. Dann wird es feucht. Nee oder??? Läuft halt heute nicht oben raus sondern an den Beinchen. Ich rufe meinem Mann ein zaghaftes „Schatz?!?!?!“ hinterher, doch der ist schon weg. Hektisch suche ich mit einer Hand die Wickeltasche. Natürlich ist keine neue Windel mehr drin. Irgendwie schaffe ich es, aus dem Handgepäcksfach den Handgepäckskoffer raus zu wuchten ohne andere Passagiere zu erschlagen oder das Baby runterfallen zu lassen. Windel raus, Ersatzklamotten raus, Koffer wieder hoch. Oh, ich habe tatsächlich einen Fleck auf meinem Rock. Na super. Passt ja gut zum vollgekleckerten Oberteil. Kind strategisch gut vor mir im Arm platzieren und los gehts Richtung Kabine. Alle besetzt. Hektisch klopfe ich überall, da muss ja schließlich irgendwo der Papa des Stinktieres drin sein… Eine nette Flugbegleiterin fragt was los ist, sie hat meinen Mann zwar gesehn, weiß aber jetzt auch nicht… ah eine Kabine wird frei. Schnell rein und tun was nötig ist. Irgendwann klopft es an der Tür und der Mann ist aufgetaucht. Er war ganz nach hinten gegangen weil ja alle Kabinen besetzt waren, und eben hat die Flugbegleiterin ihm gesteckt dass ich ihn gesucht habe und er besser mal zu mir rein schauen sollte. Zu zweit mit Kind in so einer Kabine schaffen wir es irgendwie, die Detonationsspuren zu beseitigen, das Kind neu einzukleiden und kehren zufrieden an den Platz zurück. Uff! Schon leuchten die Anschnallzeichen und es geht der Erde entgegen.

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Am Umsteigeflughafen dann nervöses warten auf den Buggy. Eine knappe Stunde bleibt um den nächsten Flug zu erreichen, wir müssen quer durch den Flughafen, sogar mit einer Bahn in eines der anderen Terminals fahren. Alle Fluggäste gehen an uns vorbei, während wir am Buggyabholplatz warten. Endlich! Da ist er! Zack Kind rein und losgesprintet. Uha. Dieser Teppich. Ich hatte schon mal hier einen Anschluss verpasst und habe diesen Teppich 7 Stunden lang betrachtet während ich versucht habe, auf einem Stuhl zu schlafen. So ein Teppich brennt sich dann quasi in die Netzhaut ein. Das nochmal mit Baby, nach einem 12 Stundenflug? Nein, ich renne schneller und schiebe den Buggy dass der Teppich nur so unter mir vorbei fliegt. Rein in die Bahn, nervöses warten, raus aus der Bahn. Verdammt, unser Gate ist natürlich das GANZ HINTEN! Uff, geschafft. In letzter Minute steigen wir völlig geschafft ins Flugzeug ein. Sophia schaut etwas erstaunt. Im Buggy hat sie sich lieber mal mit beiden Händen fest gehalten und fand es lustig, dass Mama rennt. Den zweiten Flug von nur 2,5 Stunden bringen wir unspektakulär hinter uns.

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Auf dem Rückflug lief es dann etwas entspannter, obwohl die Umsteigezeit noch knapper war! Es musste eine größere Gruppe umsteigen, deshalb wurden wir am Flugzeug abgeholt und zum nächsten begleitet. Außerdem war der Weg viel kürzer…
Generell war der Flug nach Bali und der komplette Rückflug unspektakulär. Sophia war brav, hat nur einmal geweint als sie sich beim verlassen der Wickelkabine irgendwie den Finger in der Tür eingeklemmt hat… Sofort war eine Flugbegleiterin mit einem Eisbeutel zur Stelle. Wirklich, der Service der Airline war super. Übrigens nicht die „typisch deutsche“ Airline, sondern eine große Asiatische. Dagegen stinkt die Deutsche ganz schön ab, das muss man echt mal sagen. Sowohl was Service und Freundlichkeit betrifft, als auch die Flugzeugausstattung. Sowas ist bei einem Langstreckenflug nämlich doch ziemlich wichtig!

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Bei den anderen Flügen gibt es nur anzumeckern, dass wir mit Baby erst mit den anderen Fluggästen einsteigen durften. Das war schon ziemlich nervig, da wir alle anderen aufgehalten haben bis wir uns endlich hinsetzen konnten.

Sophia hat übrigens weder mit Start noch Landung Probleme gehabt, vorsichtshalber habe ich sie einfach gestillt beziehungsweise immer wieder einen Schluck zu trinken angeboten. Außerdem habe ich vor Abflug Babynasentropfen gegeben, das war ein super Tipp den ich bekommen hatte. So hat sie insgesamt 5 Flüge super gut mitgemacht und wir waren echt überrascht. Es hätte definitiv schlimmer kommen können und ich bin froh, dass sie so ein Flugbaby ist 😀

11 Gedanken zu “Langstreckenflug mit Baby

  1. Vielen Dank liebe Katja, dass du uns mit nimmst auf deine/eure Reise. Der FLug war ja schon mal spannend und ich warte gespannt, was noch so alles kommen mag. Toll, wie ihr das hingekriegt habt!
    VLg Julia

  2. Danke für diesen spannenden und mit Spannung erwarteten Bericht!
    Ich bin ja selber noch nie Langstrecke geflogen, sodass ich mir jetzt so ungefähr ein Bild machen kann.
    Gut, dass alles so prima geklappt hat und ohne den Dünnsch*** wäre es ja vollkommen unspektakulär gewesen. Sophia eben! ;O)
    Ich freue mich schon auf die Fortsetzung des Reisekrimis!

    Liebe Grüße
    Ina, die sich fragt, wie Du die tollen Sprüche auf diese Art auf die Fotos bekommst.

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