Kindliches Schneckentempo und Wickeletui

Von | 2017-03-02T15:45:58+00:00 Mai 10th, 2016|Nähen|6 Kommentare

Der Titel sagt eigentlich schon alles! Es ist nicht nur – wie gestern erörtert – manchmal schwer, als frisch gebackene zweifach-Mama ein Zeitfenster für die tägliche Körperpflege zu finden, nein, da geht noch mehr. Heute morgen trug sich hier mal wieder was zu, das mich zu diesem Blogpost inspirierte. Ok, es war so absurd und typisch „Papa“, ich MUSS es einfach niederschreiben – einhändig während des Stillens. Also falls komische Tippfehler vorkommen, ihr wisst Bescheid. Ich bräuchte so ne Diktiersoftware… 😉 Oh die Hebamme kommt auch gleich, wir wollen den Zwerg heute mal durch die Badewanne ziehen! Das wird lustig! Zurück zum Thema. Erst mal kurz ein paar Fakten zum thematisch gut passenden Wickeletui mit Schnecken-Stickereien:

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Genäht nach der kostenlosen Anleitung von Nähte für Käthe aus seltsamen Leinen (?) Stoff außen vom blau-gelben Möbelschweden, der echt blöd war, da er sich ständig verzieht und bewegt. Die süßen Doodle Schneckchen zum sticken sind wieder mal von Kerstin Bremer und sind wie gewohnt blitzschnell gestickt, wenn man sich mal für Stoffreste zum auflegen entschieden hat. 😉 Innen kam normale Webware zum Einsatz. Ein bisschen krumm und schief ist das Etui geworden, aber es passen prima ne normale Packung Feuchttücher und ein paar Windeln rein, und eine Wickelunterlage kann man auch mit rein legen und dann den Knopf schliessen.

So und was will ich euch nun erzählen über Schneckentempo und typisch Papa? Ganz einfach. Der Papa hatte einen Frisörtermin. Heute. Um halb 9 morgens. (Die ersten Leser beginnen zu Schmunzeln.) Und er meinte, es locker flockig zu schaffen, die große Chaosmaus vorher in die Krippe zu fahren. (Die erfahrenen Mamas grinsen stark, die ein oder andere wälzt sich bereits von Lachkrämpfen geschüttelt über den Boden.) Ich solle mal nicht nerven. Hier sei angemerkt, dass wir es an guten Tagen mit der Langschlafmaus schaffen, sie grade rechtzeitig zum Singen um 8:45 Uhr in den Gruppenraum zu schieben. Das klappt so in etwa 3 Mal die Woche, an den andern Tagen muss sie aufs gemeinsame Singen wegen Bockigkeit und/oder Trödelei leider verzichten. Es bringt auch nichts, sie eine Stunde oder so früher zu wecken, daher habe ich beschlossen mich da gar nicht zu stressen. Nun kam noch erschwerend hinzu, dass die Madame sich gestern bei dem tollen Wetter nicht vom Spielplatz losreißen konnte, auf der Heimfahrt noch dringend einen Kinder-Döner einforderte (den sie auch fast ganz wegputzte) und anschließend noch unter die Dusche musste. Fazit: Sie war um halb 10 erst im Bett!

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Für heute früh hätte ich mir dann einen Kinosessel, ein Kaltgetränk mit Strohhalm und eine Tüte Popcorn gewünscht, so hätte ich stillend und snackend die Geschehnisse beobachten können. Stattdessen beschloss ich, früh aufzustehen, den Frühstückstisch zu decken und Klamotten für die Maus raus zu legen, um dem Mann (der noch schlief) unter die Arme zu greifen. Dann stand der Papa auf, machte sich fertig und weckte dann das Töchterlein. Der Frisörtermin konnte noch eingehalten werden, sofern Sophia sich zügig an den Tisch setzen und frühstücken würde, danach ohne Drama Zähne putzt und sich anziehen lässt. Aus Mama-Augen gesehen hatte der Papa also schon jetzt keine Chance mehr, aber das wusste er ja nicht. Denn wenn die Mama sonst immer ca. 2 Std vor einem Termin bereits hektisch wird und verlauten lässt, dass es nun aber WIRKLICH knapp wird, dann stresst das holde Weib ja nur unnötig rum (verpasst den Termin dann aber immerhin nur haarscharf). Jedenfalls wollte Sophia dann warme Haferflocken essen und keinen schnellen Joghurt und das Ganze außerdem auf dem Sofa weil sie schlimme Bauchschmerzen hätte. Es folgten Diskussionen und der erste Schweißausbruch des Papas an dessen Ende die Prinzessin auf der Couch saß, warme Haferflocken löffelte und der Papa ihr Küchentücher anreichte. Als sie dann lieber spielen oder alternativ ihre Tüte mit Faschingsumzugssüßkram (am Wochenende wurde hier der damals abgesagte Umzug nachgeholt) auskippen wollte, statt anstandslos Zähne zu putzen, fühlte sich der Mann gezwungen, seinen Unmut etwas lauter kund zu tun. Es ginge ja schließlich nicht, dass er an Sophias Kindergeburtstagsfeier nächstes Wochenende SO aussieht und einen anderen Frisörtermin gab es wohl nicht. Ich überlegte kurz, ihn darauf hinzuweisen, dass nicht er seinen 3. Geburtstag feiern würde und es daher nicht so schlimm wäre (und er sowieso HINTER der Kamera steht), aber ich riss mich des lieben „Friedens“ wegen am Riemen. 😉 Stattdessen schlug ich vor, die bockige Dame damit zu locken, dass sie mit zum Frisör gehen darf um zuzuschauen und eben erst danach in der Krippe eintrudelt. Mit einigen Bestechungsgummibären einiger Überredenskunst waren der wutschäumende Papa und die Maus dann um 8:35 Uhr aus der Haustür.

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Und jetzt mal bitte Hand hoch, wem das auch öfter mal so geht??? Mit Baby und Kleinkind aus der Tür zu kommen ist ja sogar noch schwieriger. Ist der eine fertig, bockt die andere bis ersterer eine neue Windel braucht oder wieder Hunger hat. So begannen wir beispielsweise um 10 Uhr mit dem fertigmachen, weil wir zwischen 12 und 13 Uhr bei den Großeltern sein wollten. Angekommen sind wir um 14 Uhr. 😉

Das Wickeletui kriecht im Schneckentempo noch bei ein paar Linkpartys vorbei:
Handmade on TuesdayDienstagsdingeMeitlisacheKiddikramKostenlose Schnittmuster Linkparty.

Über den Autor:

Ich heiße Katja und lebe mit Mann und meinen Kindern Sophia (*2013) und Alex (*2016) im Rhein-Main-Gebiet. Auf meinem Blog schreibe ich über unser Familienleben, das Mama-sein, Reisen und Ausflugstipps mit kleinen Kindern sowie natürlich über das Nähen. Du findest bei mir Inspiration, Witz, Unterhaltung und Freebooks!

6 Kommentare

  1. Strippe 10. Mai 2016 um 11:43 Uhr - Antworten

    Hier ich….musste bei deinem Beitrag wirklich lachen….der schlafende Papa. Bei uns bringt der Papa das Tochterkind in die Kita und da wir das Land der Frühaufsteher sind beginnt der Morgenkreis schon Punkt 8. Babymaus schläft mit Mama noch bis 7:30 und durch die Tür höre ich jeden Morgen den Papa…jetzt komm, zieh dich an, Schuhe an…, Bitte…, du bekommst kein Gummitier…,. Lach und zur Oma geht’s mit 2 Kindern auch immer mit 2 Stunden Verspätung…und ich hasse Unpünktlichkeit . GlG Strippe

  2. Stoff Hoff 10. Mai 2016 um 11:49 Uhr - Antworten

    Hahahahahahahaha. Ich war eine, die gleich auf dem Boden lag, als die Geschichte schon los ging. Eigentlich ja beneidenswert, wie naiv und gutgläubig die Männer sind. Erst gestern hatten wir auch das Thema, warum ich es immer schaffe, mit beiden Rabauken pünktlich loszukommen, der Papa aber eben bei WEITEM nicht.
    Ich musste so lachen, dass du dir die Kinoausstattung gewünscht hast. Eine sehr schöne Vorstellung, dieses Bild …
    Kommt gut organisiert durch die Woche. Liebe Grüße, Claudia

  3. kiki 10. Mai 2016 um 15:15 Uhr - Antworten

    köstliche geschichte! 🙂
    ich kenn das sooooo gut, meine sind 5,3 und 1/2 jahre!
    wir kommen grundsätzlich zur oma zu spät .. mama muss alle anziehen, wechselgewand für 3, einer muss sicher noch aufs klo, baby schnell nochmal stillen und wickeln, wagerl richten ecc……ein einziger schweißausbruch!!
    super, wenn der papa zum schluss meint, die mama sei schuld, sie hätte sich nochmal umziehen müssen!! 🙂
    mach’s gut! lg kiki

  4. Hilde Remplem 12. Mai 2016 um 14:09 Uhr - Antworten

    ich musste gerade schon sehr schmunzeln, auch wenn ich mir die Situation so gar nicht vorstellen kann. Bei uns bringt der Papa die fast 3-jährige fast immer in die Krippe und der Clou bei der Sache: Wer nicht bis 9:45 Uhr im Kindergarten ist, kann gleich zu Hause bleiben, denn dann ist die Türe zu!
    Ebenso würde mein Mann der Kleinen (seit 4 Monaten die Große) einen Vogel zeigen, wenn sie auf dem Sofa essen will oder andere Wünsche außer der Reihe beim Essen hat.
    Aber die Bestechungsgummibärchen kennen wir hier auch und ansonsten ist das große Fahrrad als Transportmittel zum Kindergarten immer heiß begehrt und da wird dann schon ganz gut mitgemacht. 🙂
    Naja aber wir haben hier andere „Baustellen“! 🙂
    Liebe Grüße und weiterhin so viel Humor im Familienalltag, das entspannt ungemein!

    Hilde

  5. Janine 30. Juni 2016 um 22:15 Uhr - Antworten

    Wir kommen immer zu spät (Tochter 3 Jahre, Sohn von Anfang des Jahres und ich (ungeschminkt) ) 😉 !!

  6. […] zum Beispiel bei dem Shirt mit Dino oder dem Muffin! Und erzählt habe ich zum Beispiel auch vom kindlichen Schneckentempo und dem Papa, der das auf die harte Tour lernen musste hihi. Der hat dieses Jahr übrigens auch mal […]

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