Ponys in trockenen Tüchern und Tutorial für schnelles gigantisches Kapuzenhandtuch

Von | 2017-03-02T21:15:00+00:00 September 6th, 2016|Nähen|2 Kommentare

Spätsommer (bzw. schon Herbstanfang), knaller Temperaturen und schönstes Wetter! An diesen Traumtagen fällt das Kinderlüften leicht, man hält sich ohnehin viel draußen auf. Besonders hoch frequentiert dieser Tage ist unser „großes Planschi“, auch genannt Pool 2.0. Über den Epic Fail mit unserem gigantischen Pool (und dessen jähen Ende) hatte ich gerade erst berichtet. Der Garten musste jedenfalls tagelang nicht gewässert werden und ich würde mich nicht wundern wenn im Frühjahr alles gelb blüht wegen des Vitamin C… lassen wir das. Jedenfalls ist das Thema Pool bei uns erstaunlicherweise noch nicht vom Tisch gewesen und nun haben wir ein wesentlich kleineres rundes Exemplar.

Ich möchte gern eure Geschichten und Tipps rund um Pools, Planschis und Hottubs sammeln! Was ist euch schon passiert? Schreibt eine Mail (info@naehfrosch.de) oder kommentiert! 🙂

Damit das Töchterlein nach dem planschen gut eingepackt werden kann, habe ich jedenfalls ein finnisches Traumstöffchen von Shalmiak vernäht. Der türkise Sommersweat namens PonyBloom wurde zu einem gigantischen Kapuzenhandtuch, für das ich euch hier auch ein klitzekleines Tutorial zeige. (Mehr Anleitungen und Freebooks von mir findet ihr hier.) Bei Shalmiak kann man übrigens kostengünstig bestellen, trotz Lieferung aus Finnland! Das muss auch mal gesagt werden, ist ja nicht selbstverständlich. Und die Designs sind so schön, ich bin ganz verliebt.

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Während ich hier tippe, Samstags morgens um 7:30, rangiert der Gegenübernachbar mit seinem alten Traktor, der nebenan sägt schon mal Holz für den Winter am Kamin und der hinter uns mäht den Rasen, an der Turnhalle wird die Hecke abrasiert. Es ist wahnsinnig idyllisch. Urgs. Auf mir schläft Baby Alex völlig unbeeindruckt und die kleine Prinzessin macht Urlaub bei den Großeltern. Und ich tippe mit linker Hand im Einfingersuchsystem diesen Artikel. Der Mann? Pennt. Darf er auch, schließlich ist Hochzeitssaison und die Wochenenden bis spät in die Nacht sehr arbeitsintensiv.

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Jedenfalls habe ich ein gigantisches kuscheliges Kapuzenhandtuch aus dem Shalmiak Stoff genäht. Das schöne große Muster mit den strahlenden Farben wollte ich nämlich möglichst nicht in kleine Schnitteile zersäbeln. Auch bei dem Tunikakleid aus rosa PonyBloom war mir das wichtig, dass die Pferdchen genug Platz haben. Ihr erinnert euch bestimmt an die Fotos im Mohnblumenfeld? Immernoch eines meiner liebsten Shootings. Auch beim Rainbowphant Geschwistershooting kamen so süße Bilder zustande, das muss wohl am Stoff von Shalmiak liegen?! 😉 Der ist übrigens Bio!

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Das planschen im neuen Pool ging bisher unfallfrei vonstatten und das Kuschelhandtuch hat sich bewährt. Die Aussenseite ist aus Sommersweat, innen das Grüne ist ein gekauftes Mikrofaserhandtuch. Man hätte natürlich Frottee wählen können, oder einlagig aus Frottee nähen können. Dann wäre das riesige Ding auch nicht ganz so schwer *hust*

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Die Kapuzenhandtücher die es zu kaufen gibt, sind natürlich kleiner und bestehen nur aus einer Lage. Wenn man selbst näht, kann man Größe und Materialien nach Wunsch anpassen, und schnell genäht ist es allemal! Vor allem, wenn man die 2 Schnittteile für die Kapuze von einem vorhandenen Handtuch abzeichnen kann. Ansonsten kann man natürlich auch eine Kapuze von einem Hoodie oder Jacken Schnitt hernehmen. Streber können auch eine Kapuze selbst designen. 😉

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Tutorial für ein schnelles gigantisches Kapuzenhandtuch

Du brauchst: – Kauf-Kapuzenhandtuch als Vorlage oder sonstiges Schnittmuster mit Kapuze (bei Hoodie lieber großzügig die Größe wählen!) – 1 bis 1,5 m Frottee oder ein riesiges (Mikrofaser-)Handtuch (evtl + kleines Handtuch für Kapuzenteile, dann spart man das säumen) – wenn man 2 lagig nähen möchte: 1 bis 1,5 m Oberstoff (egal was) (mein Innenstoff ist übrigens etwas größer gewesen als der Aussenstoff, so konnte ich ein „Fake-Binding“ machen!)

So gehts: 1.) Kapuzenteile ausschneiden, entweder am Schnittkantenrand oder an einer Seite, nach belieben. Die Kante dann jedenfalls begradigen.

2.) Bei Stoff mit einer Musterrichtung wird zunächst der Stoff halbiert, eine Hälfte gedreht und wieder dran genäht. Das ist quasi die Schulternaht. Bei uni Stoffen oder welchen ohne Musterrichtung kann man sich das sparen.

3.) Auf der Schulternaht (oder dort wo sie eigentlich wäre wenn es eine gäbe) misst man dann die Mitte aus und schneiden einen Schlitz entlang der Naht. Also quasi schneidet man die Naht mittig wieder ein Stück auf. Und wie lang? Um die Länge zu ermitteln nimmt man sich das Kapuzenhandtuch her und misst dort den Schlitz (das ist da, wo der Kopf durch kommt), alternativ den Hoodie. Schneidet lieber zu knapp als zu weit!!!

4.) Kapuze zusammennähen (also je nachdem die 2-3 Teile zusammen nähen).

5.) Kapuze versäubern Handtuch doppellagig: Wenn man das Handtuch zweilagig nähen möchte, macht man die Schritte 1. bis 4. natürlich mit beiden Stoffen. Dann näht man an der Kapuzenkante die später um den Kopf herum geht, die Innen- und Außenkapuze rechts auf rechts zusammen. Dazu steckt man eine Kapuze in die andere und näht dann. Also nicht an der Halsausschnittkante, die bleibt offen, darüber wendet man das Ganze nämlich wieder auf rechts. Dann kann man die Halsausschnittkante aufeinander steppen, damit beim annähen ans Handtuch nix verrutscht.

Handtuch einlagig: Bei einlagigem Handtuch klappt man die Kapuzenkante die später um den Kopf herum geht (nicht die Halsausschnittkante!) knapp ein (einmal oder zweimal) und steppt das fest, dann sieht die Kante ordentlich aus trotz nur einer Lage.

6.) Kapuze rundherum in dem Schnitt im Handtuch einnähen. Ob sich die Kapuzenteile vorne überlappen, oder „ein Stück frei bleibt“, ist jedem selbst überlassen.

7.) Saum nähen Handtuch doppellagig: den Saum komplett r auf r annähen und dann wenden funktioniert wegen der Kapuze leider nicht. Ich habe daher die vordere und hintere Kante r auf r zusammen genäht. Der innerere Stoff war etwas größer als der äußere, das wollte ich erst angleichen aber dann fand ich diesen Effekt ganz nett, dass der Innenstoff ein Stück mit raus kommt. Wenn man dann an den beiden Seiten einfach den inneren Stoff etwas über den äusseren klappt und die offene Kante knapp eingeklappt festgesteppt, entsteht ein schicker „Fake-Binding“ Effekt. Natürlich könnte man auch ein richtiges Binding machen oder die Kanten nur zusammen einklappen, wie man mag.

Handtuch einlagig: Kanten ein oder zweimal einklappen und feststeppen.

FERTIG!

Tutorial-Kapuzenhandtuch

Obige unglaublich gelungene ausführliche Zeichnung dient der Verwirrung Verdeutlichung. Ich hoffe ihr könnt überhaupt erkennen, was ich damit meine. 😉 Es ist nur ein kleines Tutorial, ein paar Anhaltspunkte wie ich das gemacht habe. Es ist jedenfalls nicht schwer und wenn etwas unklar ist, einfach erst mal probieren und z.B. stecken und wenn dann noch Fragen sind könnt ihr mir die natürlich sehr gerne stellen! Ich schätze aber, beim nähen selbst wird das alles nach und nach klar. (Mehr Anleitungen und Freebooks von mir findet ihr hier.)

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Und mit diesem letzten Foto von meinem kuscheligen Kapuzenmonsterchen verabschiede ich mich für heute und verlinke diesen Beitrag noch bei den üblichen Verdächtigen:

Handmade on Tuesday Dienstagsdinge Bio-Linkparty  Meitlisache Kiddikram CrealopeeSeasonal Sewing und zu meiner Kostenlose Schnittmuster Linkparty

Über den Autor:

Ich heiße Katja und lebe mit Mann und meinen Kindern Sophia (*2013) und Alex (*2016) im Rhein-Main-Gebiet. Auf meinem Blog schreibe ich über unser Familienleben, das Mama-sein, Reisen und Ausflugstipps mit kleinen Kindern sowie natürlich über das Nähen. Du findest bei mir Inspiration, Witz, Unterhaltung und Freebooks!

2 Kommentare

  1. Nähkäschtle 6. September 2016 um 17:11 Uhr - Antworten

    Tolles Handtuch und mit Tutorial – Luxus. Danke! Wir hatten jetzt das dritte Jahr ein kleines Planschbecken aufgestellt, welches nun aufgearbeitet ist. Wir werden uns keinen größeren „Pool“ anschaffen, sondern stellen einfach den Gartenschlauch oder einen kleinen alten Rasensprenger hin – das macht den Kindern auch Spaß und erfrischt (eiskaltes Zisternenwasser) – mit einer alten Zinkwanne zum einfüllen und pritscheln. Zum Baden und Planschen gehen wir ins Schwimmbad, an den Weiher oder an einen Bach. Immer mit Kuschelkapuzenhandtuch. LG Ingrid

  2. Mahsa 7. September 2016 um 19:52 Uhr - Antworten

    sehr schöne Idee 🙂

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