Dubai – Vorstellung trifft Realität

Von | 2017-10-30T03:25:50+00:00 Oktober 30th, 2017|4 Kommentare

Auf unserer Reise nach Indonesien verbrachten wir ein paar Tage in Dubai mit kleinen Kindern. Im Vorfeld hatte ich natürlich ein paar Vorstellungen wie es sein würde, nun möchte ich von der Realität erzählen! Ist es eine glänzende, aber orientalische Stadt der Superlative wie ich dachte?! Laufen überall reiche Scheichs herum und die „vermummten“ Frauen 3 Meter hinterher?! 😉

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Vorstellung

In meiner Vorstellung war Dubai eine glänzende Stadt der Superlative. Alles Hochglanz, ein Wolkenkratzer neben dem andern. Luxus pur. Dekadente Hotels, verrückte Dinge wie eine Eisfläche mitten in einer gingantischen Mall oder Palmenförmige Inseln im Meer. Bestimmt wimmelt es da nur von Touristen. Und heiss soll es ja sein. Wobei ich mir nicht vorstellen konnte, das man es draussen wirklich nicht aushält.

Alles soll super modern und innovativ sein. Der Fortschritt tropft quasi aus jeder Ritze. Alles automatisch, alles perfekt organisiert, alles sauber und ordentlich. Bestimmt sieht man auch mal einen reichen Scheich vorbeilaufen, in weiss mit „Kopftuch“, wie aufregend exotisch! Würden wohl die Frauen immer ein paar Schritte hinter ihren Männern herlaufen? Am Ende gar eine „Herde“ Frauen hinter einem Mann?

Ich packte viele T-Shirts und Knie bedeckende Hosen ein. Schließlich soll man ja nicht so nackig rumlaufen. Und mit den ganzen Klimaanlagen würde es sicher kalt sein.

Im Vorfeld hatten wir uns informiert, ganz neu gibt es eine Vorschrift dass Taxis Kindersitze haben müssen. Perfekt! Darum brauchen wir uns also nicht kümmern! (Eins vorweg: so war es dann doch nicht.)

Ich träumte von traditionellen Speisen mit Datteln, Hummus und buntem oppulentem Geschirr. Gewürze, fremde Zutaten und Geschmäcker.

Als Kontrast zu der Stadt wünschte ich mir sehr, die Wüste Mal zu sehen. Das ist doch bestimmt beeindruckend! Dazu noch 1-2 Kamele damit die Kinder auch was zu schauen haben.

Dubai Reise

Realität

Eins Vorweg: es war sehr schön in Dubai und sehr beeindruckend. Aber ein bisschen anders als ich dachte!

Als erstes bemerkte ich schon am Flughafen, einen echten reichen Scheich würde ich wohl eher nicht erkennen. Denn viele Männer tragen die traditionelle Kleidung, nämlich ein weißes langes Hemd und die weisse oder karierte Kopfbedeckung mit den schwarzen Ringen. Viele Frauen tragen einen schwarzen „Mantel“ und Kopftuch in irgendeiner Form. Drunter blitzten entweder lässige Turnschuhe hervor oder schicke Highheels! Und die Gesichter waren eigentlich alle geschminkt, vielleicht stärker als man es bei uns gewohnt ist aber hier passte es. Die Frauen liefen nicht hinter ihren Männern her! Im Gegenteil. Die Männer schoben Kinderwagen, hatten die kleinen an der Hand, trugen Babys. Und die Frauen gingen neben ihnen her. Im Gegensatz zu mir. Mein Mann preschte des öfteren mit Sophia voran und ich schnaufte mit Alex auf dem Arm hinterher.

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Direkt am Flughafen kam noch das „böse Erwachen“. Das mit den Kindersitzen und Taxis war nämlich gar nicht so. Also NOCH nicht. Die Taxis hatten keine Kindersitze. Nach dem anstrengenden Flug (machen wir uns nix vor, Flüge mit kleinen Kindern sind einfach anstrengend, obwohl sie sich sehr gut „benommen“ haben!), ein bisschen „Kulturschock“ und auch ein bisschen Respekt vor der Reise die wir hier grade angetreten haben, hat mich diese Erkenntnis doch ziemlich aus der Bahn geworfen. Würde denn nun alles anders sein?! Kann man sich auf nichts verlassen?

Im Flughafen gibt es für alle Flughafen-Taxis wohl einen einzigen Kindersitz, den sie ausleihen können. Auf den haben wir dann für Alex gewartet, bestimmt 45 Minuten zwischen wirklich Massen von Taxis mit laufendem Motor in totaler Hitze. Für Sophia hatten wir ja zum Glück den Rucksack Kindersitz dabei! Sicher, das Ding ist nicht wie unser Reboarder Zuhause, aber wenigstens hatten wir einen Sitz!!!

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Auf dem Weg zum Hotel schaute ich auf das nächtliche Dubai. Mhh. Also so beeindruckend waren die Wolkenkratzer erst mal nicht. Bei Tageslicht sah man dann erst die ganze Skyline. Völlig verrückt! Und der Burj Khalifa, der so heraus ragt! Die Stadt ist glänzend. Aber auch staubig. Auf allen Hochhäusern liegt eine feine Sandschicht. Die Sicht ist nicht so gut, es hängt ein sandiger „Nebel“ über der Stadt. Überall wird gebaut. Überall ist irgendwie irgendwas abgesperrt. Kräne die neue Wolkenkratzer hochziehen. Veränderte Verkehrsführung weil Mal eben der Creek verlängert wird. Wahnsinn. Ich bin froh dass wir uns entschieden haben, keinen Mietwagen zu nehmen. Die Straßen sind zwar breit und die Verkehrsteilnehmer nicht chaotisch, aber mehrere Ebenen Straße liegen übereinander und Kreuz und quer. In der Rushhour geht dann einfach gar nichts mehr. Ich frage mich, wie die Navis das hin bekommen, wenn die Straßen teils übereinander verlaufen?!

Die Sehenswürdigkeiten aka Luxushotels waren sehr schön als wir daran vorbei fuhren. Wenn man auf der Palm ist, merkt man es eigentlich nicht, klar, man sieht ja auch die Palmenform nicht und kann sich nicht vorstellen, dass hier vorher nur Meer war. Bei der Stadtrundfahrt wird so viel erklärt, was sich echt verrückt anhört. Auf mich wirkt die Stadt ein bisschen wie ein Disneyland. Irgendwie unecht, einfach fantasiert und hin gebaut. „Ach Leute, wir brauchen eine Altstadt! Alles klar, wir bauen sie hier hin.“ Vor meinem inneren Auge sehe ich das Bild von zwei kleinen Scheichkindern, die im Sand spielen. Sie bauen eine Palme. Und eine Welt. Und was ihnen sonst noch so einfällt.

Dubai

Die „Altstadt“ mit ihren sandfarbenen kleineren Gebäuden am Creek hat mir richtig gut gefallen. Das sah einfach hübsch aus, so eine kleine orientalische Wüstensiedlung. Gefiel mir vom Anblick her ehrlich gesagt besser als die ganzen Wolkenkratzer der Superlative.

Traditionelle Speisen habe ich nicht wirklich zu mir genommen. Da hätten wir wohl im Vorfeld recherchieren müssen. Aber bei unserem Tagesprogramm wäre es eh nicht wirklich möglich gewesen noch groß irgendwohin zum Essen zu fahren. Die Kinder waren dann einfach platt. Beeindruckend war, dass es wirklich alles gibt. Alle Speisen aus aller Welt! Sogar „deutschen Döner“! xD Auch in den Geschäften finden man Marken aus aller Welt, was ja ganz witzig ist.

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Die Touristen waren natürlich allgegenwärtig. Ich habe auch viele deutsch sprechen gehört! Manche Menschen waren ziemlich ähm freizügig gekleidet. Jeder wie er mag. Ich habe mich in T-Shirt und 3/4 Hose oder Kleid mit Leggins sehr wohl gefühlt! 😉 Drinnen war es sowieso immer so kalt, dass die Kinder und ich öfters Strickjacken trugen. Draussen war es dagegen wirklich HEISS!!! Wahnsinn. Ein Schritt raus und man war klatschnass geschwitzt und völlig fertig. Dabei waren es „nur“ knapp über 30 Grad! Und im Sommer soll es ja noch heisser sein! Unvorstellbar!!!

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Die Wüste haben wir leider nur aus dem Flugzeug gesehen. Mit kleinen Kindern wurde uns von einer Tour abgeraten, weil es keine Kindersitze gäbe und weil es wirklich sehr holprig sein soll, über die Dünen. Das war wirklich schade. Auch ein paar andere Dinge haben wir zeitlich nicht mehr geschafft, so dass ich sehr gerne nochmal wieder kommen möchte, vielleicht wenn die Kinder einen Tick älter sind und sowohl Wüstensafari als auch Wasserpark Sinn machen!

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Über den Autor:

Ich heiße Katja und lebe mit Mann und meinen Kindern Sophia (*2013) und Alex (*2016) im Rhein-Main-Gebiet. Obwohl ich diplomierte Mathematikerin bin, liebe ich es zu schreiben und zu nähen. Das ist mein kreativer Ausgleich zum turbulenten Leben mit den kleinen Chaoten!

4 Kommentare

  1. Katrin 30. Oktober 2017 um 11:25 Uhr - Antworten

    Ähnliches erzählten meine Eltern u die Familie meines Cousins damals auch (die Familie lebte mehrere Jahre in Dubai). Es ist faszinierend u ich bin jedesmal beeindruckt u auch etwas neidisch, wenn Familien mit kleinen Kindern solche Urlaube mit Flug u allem drum u dran machen. Neidisch auf ne angenehme Art, denn ich gönne es jedem.
    Euch immer wieder schöne Urlaube und ein gesundes Heimkommen.
    Lg katrin

    • Katja Czajkowski 31. Oktober 2017 um 7:56 Uhr - Antworten

      Uhi mehrere Jahre in Dubai ist bestimmt auch spannend!
      Danke für deine lieben Worte! 🙂

  2. Iryna Brandenberg 30. Oktober 2017 um 11:41 Uhr - Antworten

    Liebe Katja, vielen Dank für deine Reisegeschichten! Sehr lesenswert und spanend

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