Wie ein neuer Schrank die Familie lahm legte

Von | 2017-09-06T23:32:50+00:00 August 22nd, 2017|2 Kommentare

Neuer Schrank 1„Weißt du, diese eine gerade Wand ohne Schräge, die müssen wir wirklich besser nutzen. Wir haben einfach zu wenig Stauraum! Lass uns da doch statt des Regals einen großen und vor allem tiefen Schrank holen!“ So überzeugte ich den Ehefrosch von der Notwendigkeit eines neuen und nicht näher spezifizierten Schranks. Dies ist kein Werbepost für Schränke. Dies ist die Geschichte von Chaos, dazwischenfunkenden Kindern und Brett vorm Kopf. Von einer ganz normalen chaotischen Mama.

Das Problem

Wir wohnen in einer Dachgeschosswohnung. Ich mag unsere Wohnung, ehrlich! Als wir vor nun 9 Jahren hier einzogen, haben wir alles renoviert und unsere erste gemeinsame und jeweils auch die erste eigene Wohnung für uns geschaffen. Zu zweit war alles perfekt, Schlafzimmer, Arbeitszimmer (für den Studenten und mein Homeoffice), große offene Küche mit Wohnzimmer, ein Bad, eine winzige Abstellkammer ohne Tür. Doch wie das mit Dachwohnung so ist, ALLES ist schräg. Und wo es nicht schräg ist, ist ein Fenster oder eine Tür. Zu zweit war das egal, es gab genug Platz. Doch mit erst einem Kind und nun zwei Kindern treten nun immer mehr Platzprobleme auf. Wohin mit dem ganzen Plastikgeschirr? Immerhin hat die Küche KEINE Oberschränke! Da hilft auch die größte Arbeitsplatte nicht drüber weg. Wohin mit all den Vorräten? Wohin mit dem ganzen Spielzeug? Wohin mit extra Zubehör wie gewachsenem Handtuchvorkommen? Oder anderem Kram der sich einfach ansammelt?

Neuer Schrank 2

Es wurde nun dringend Zeit, unsere noch auf 2 Erwachsene (die gerade vom ersten Geld auszogen sind) ausgerichtete Stauraumsituation upzugraden. Mehr Platz bitte! Und vor allem: hinter geschlossenen Türen! Es macht nämlich keinen Spaß, alles irgendwie ins obligatorische Standardregal aus Schweden zu stopfen, wenn man das Chaos durch die Glastüren sieht! Das Ende unserer Regallösung war also nah. Die Probleme fingen dann damit an, dass wir es nicht mal geschafft haben, selbst den neuen Schrank zu kaufen. Ausgesucht war er schnell, es sollte derselbe sein wie der der Schwagerfamilie. Und die waren dann auch so lieb und holten alle Einzelteile. Denn mit zwei Kindern und einem festen Ziel vor Augen ins Möbelhaus – das wäre für mich allein echt schwer geworden. Der Mann hat ja grade arbeitsmäßig Hoch(zeits)saison. Und mal vom Verhalten der Chaoten abgesehen, der Platz im Auto hätte dann auch gar nicht gereicht.

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Der Beginn: Tag 1

So wurden uns also alle einzelne und sehr zahlreiche Pakete angeliefert und mitten ins Wohnzimmer gelegt. Da war aber auch schon alles voll, denn die alte Regallösung wollte ja leer geräumt und abgebaut werden. Ein paar der kleineren Regale haben wir nur umgestellt unter die Schräge, als mir klar wurde, das wir ECHT viel Zeug haben *hust*. Jedenfalls sah der Wohnbereich aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen und die Küche war unbenutzbar, weil das ganze „gute“ Geschirr und die unglaublich schönen Kristallgläser der Oma die komplette Arbeitsplatte und den Herd benötigten. Sophia hats gefreut, die nächste Mahlzeit würde also ein Döner werden. Oder eine Pizza.

Neuer Schrank 4

Ich war also direkt an Tag 1 mit den Nerven schon am Ende. Oder hat einer von euch schon mal 2 aufgeweckte kleine Kinder inmitten eines riesigen Chaos beaufsichtigt und parallel versucht, beim Ab- oder Aufbau zur Hand zu gehen?! Versteht mich nicht falsch, ich muss nicht „zur Hand gehen“, ich bin durchaus fähig selbst so ein Ding aufzubauen. Aber die Kinder verlangten nach mir und die Teile waren zum Teil echt schwer, so lies ich dem Mann den Vortritt beim Heimwerken. An dieser Stelle möchte ich sagen: Hut ab an alle, die mit kleinen Kindern renovieren oder gar bauen. Ich würde durchknallen. Ganz ehrlich. Das wäre meine persönliche Horrorvorstellung. Mir reicht ja schon der Alltag! 😉

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Fortschritt: Tag 5

Springen wir zu Tag 5. Ist der neue Schrank fertig? Mitnichten. Die Türen fehlen noch immer. Es kam ständig was dazwischen, es ist wirklich unglaublich. Obwohl wir wirklich jede Minute zum Aufbau und wieder einräumen genutzt haben, ist das echt ernüchternd. Immerhin kann man den Wohnbereich wieder nutzen. So einigermaßen. Denn die Pakete mit den Türen liegen ja immer noch herum und laden vor allem den Kleinen zum klettern (und hinfallen) ein. Die Berge von Kartons habe ich heute runter getragen. Ziemlich dilettantisch. Ich bin nämlich mangels Sicht voll gegen das Treppenschutzgitter gerannt und habe dabei die mühsam zusammengehaltenen Kartons fallen lassen. Die Treppe runter. War n Stück Arbeit das wieder aufzulesen, es hat die Treppe nämlich voll „ausgekleidet“, wie eine Rutsche aus Kartons sah das aus. Hätte ich noch mehr gehabt, hätte ich die einfach über diese Rutsche runter geschmissen. Warum habe ich eigentlich nicht ausprobiert, ob man rutschen kann??? Das wäre vielleicht lustig geworden. Aber nun ja. Wenn der Ehefrosch das hier liest werd ich mir noch was anhören können hihi. Wisst ihr eigentlich, wie schwer es ist, überhaupt so etwas wie Kartons oder Müll runter zu bringen? Die Kinder riechen so was und der Kleine will dann unbedingt mit und wenn man ihn einsperrt dann schreit er unglaublich. So eine einfache Sache erfordert also einen Haufen Nerven oder absolut perfektes Timing.

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Jedenfalls ist der neue Stauraum total toll. Die ganzen Kisten mit Duplo und Lego können nun ausser Sicht gesperrt werden und stehen nicht mehr mitten im Wohnzimmer herum. Das ist eine unglaubliche Verbesserung und lässt alles gleich viel ordentlicher aussehen. Also zumindest wird es das, wenn die Türen denn irgendwann mal dran sind. Außerdem haben zum Beispiel die Malsachen und andere Dinge jetzt einfach einen festen Platz! Vorher flog alles auf dem Esstisch oder der Küchenzeile herum, weil man gar nicht wusste wohin mit dem Kram. Ich verspreche mir wirklich viel davon, wenn die Türen endlich dran sind. Ein Stück mehr Ruhe fürs Auge einfach. Mal auf der Couch sitzen und nicht direkt die Krise kriegen weil einfach ALLES so unordentlich und chaotisch ist. Sofern ich mal auf der Couch sitzen kann, aber das ist wieder eine andere Geschichte.

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Das Ende: Tag 7

Ich habe gerade die letzte Folie von den Türen gefriemelt. Ich fasse es nicht, der Schrank ist FERTIG!!! Die ein oder andere einfach rein gestellte Ramschkiste muss noch ausgeräumt werden, aber selbst so sieht es richtig toll aus. Ich bin begeistert. Ein Stück Ordnung ist eingezogen!

Neuer Schrank 8

 

Über den Autor:

Ich heiße Katja und lebe mit Mann und meinen Kindern Sophia (*2013) und Alex (*2016) im Rhein-Main-Gebiet. Auf meinem Blog schreibe ich über unser Familienleben, das Mama-sein, Reisen und Ausflugstipps mit kleinen Kindern sowie natürlich über das Nähen. Du findest bei mir Inspiration, Witz, Unterhaltung und Freebooks!

2 Kommentare

  1. Renate 24. August 2017 um 9:56 Uhr - Antworten

    Wow. Sehr schön geworden!!
    Zwischenzeitlich dachte ich schon – huiii – mutig – in blau :))

    Bin hier ab und zu zu Gast und lese sehr gerne die Erfahrungsberichte.Und die Nähberichte. Alles mit sehr schönen Fotos begleitet. Meine drei Kinder sind inzwischen erwachsen und nun sind schon 2 Enkelkinder da 🙂

    LG
    Renate

    • Katja Czajkowski 27. August 2017 um 19:34 Uhr - Antworten

      Hihi, ja auf den „blauen“ Schrank ist sogar meine Familie rein gefallen xD
      Danke für deine lieben Worte!

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